Zu einer Reise mit Film ist ein wenig Vorbereitung nötig. Zunächst stellt sich die Frage, welche Filme für unterschiedliche Motive geeignet sind. Im Filmratgeber geben wir eine Menge Tipps und Hinweise für den Einsatzbereich bekannter Markenfilme. Zurückhaltende Farben und Kontraste sind mit den Porträtfilmen der jeweiligen Hersteller möglich. Mit diesen Filmen lassen sich durch eine gezielte (Über-) Belichtung eigene Stile definieren. Wer Landschaften mit satten Farben und kräftigen Kontrasten fotografieren möchte, greift lieber zum Kodak Ektar 100.

Das Equipment

Vor der Reise sollte das jeweilige Equipment zuhause mit einem Film vorab getestet werden, da gerade älteres Equipment schnell zu Fehlern neigt (Verschlusszeiten laufen nicht sauber ab, Lichtdichtungen bröseln usw.). Auch der jeweilige Wunschfilm ist besser vorab einzutesten, bevor es auf die lange ersehnte Reise geht. Im Nachhinein sind Wünsche bezüglich Kontrast/Farbe weniger gut zu beeinflussen.

Anzahl der Filme

Funktioniert das Equipment, muss sich jeder Fotograf die Frage stellen, wie viele Filme gekauft und mit in den Urlaub genommen werden sollen. Fineart Fotografen, die langsam und überlegt auf Stativ in den Morgen-  und Abendstunden arbeiten, benötigen i.d.R. eher weniger Filme als ein Streetfotograf, der über den Tag viel mehr Aufnahmen erstellt. Eine Empfehlung ist schwer zu beziffern. Der eigene Verbrauch muss rückblickend analysiert werden. Stellt man hierbei fest, dass 20 Kleinbildfilme für 14 Tage reichen, sollte die Menge leicht nach oben korrigiert werden. Je nach Zielort ist der Film der Wahl vor Ort schwierig zu erwerben, sollte die bevorratete Menge zu neige gehen.

Transport der Filme

Kleinbildfilme verstauen wir persönlich in kleine Diakästchen, worin 6 Patronen Platz finden. Das spart enorm Raum im Gepäck und es kann eine größere Anzahl von Filmen mit auf Reise genommen werden. Rollfilme verstauen wir in einem Gefrierbeutel. Der Gefrierbeutel ist wichtig, nachdem Rollfilm genutzt wurde. Vor allen Dingen in subtropischen Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit zieht das Rückpapier schnell und ergiebig Feuchtigkeit. Das Rückpapier klebt anschließend am Film und reagiert mit diesem. Rückpapierabdrücke sind dann gegeben und ärgerlich, weil gegen diese Fehler nach der Entwicklung nichts mehr unternommen werden kann.

Filme am Flughafen

Filme transportieren wir im Handgepäck zusammen mit dem restlichen Fotoequipment. Die Smith-Heimann Weichstrahlerscanner am Flughafen sind ungefährlich für Filme. Das dort arbeitende Personal kann diese Strahlung, entgegengesetzt zu vielen falschlautenden Artikeln im Netz, NICHT beeinflussen! Lediglich die Bildschirmeinstellung kann geändert werden, NICHT die Strahlungsintensität (Quelle: Zoll und Hersteller). 

Bleibeutel sind dabei völlig unnütz und dienen nur einem: Dem Hersteller. Aus eigener, über 20 jähriger Flugpraxis, ist uns noch kein Film mit Strahlungsmustern aufgefallen. Selbst Ilford Delta 3200 Filme, 6-fach an der Kontrolle durchleuchtet, ließen sich ohne merklich höheren Schleier später sachgerecht verarbeiten.

Nach der Reise sollten die Filme möglichst zeitnah entwickelt werden. Belichtete Filme neigen mit der Zeit zu verschleiern.

Wir wünschen eine entspannte Reise und tolle Motive!

(Titelbild: (c) Franziska Wagner)

error: Alert: Content is protected