Sebastian Schlüter - Between The Light - Mein Film Lab

Es beginnt immer in der Dunkelheit!

In der Luft liegt der salzige Duft des Meeres und ich kann förmlich spüren, wie der frühe Morgennebel über die Stadt hinwegzieht. Die Sonne steht noch weit unter dem Horizont und es sind nur sehr wenige Menschen auf der Straße. Die Stadt schläft und genau diesen Moment suche ich für meine Fotografie. Diesen speziellen Augenblick zwischen Tag und Nacht, zwischen Sonne und Mond und „zwischen dem Licht“. Mit dem Stativ auf der Schulter ziehe ich durch die Häuserschluchten von San Francisco auf der Suche nach Motiven, die für mich charakteristisch sind für die Metropole am Pazifik. Bewusst verzichte ich darauf den Mensch als Element in die Komposition mit aufzunehmen. Er ist allerdings stets symbolisch vorhanden und seine Existenz ist all gegenwärtig.

Ausgerüstet mit meiner Hasselblad 500cm oder einer alten Rolleiflex 3.5F, versuche ich das Licht und die Welt im Stadium des Erwachens einzufangen. Es ist wie ein Spiel in der Lotterie. Oft kommt man ohne das gewünschte Bild nach Hause und manchmal ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Seit über zwei Jahren arbeite ich bereits an meiner Serie „Between The Light“ (http://www.sebastian-schlueter.com/btlannouncement) und habe mich gezielt für Film als Aufnahmemedium entschieden. Dabei verwende ich ausschließlich Farbnegativfilm. Die analoge Fotografie zwingt mich anders zu denken. Ich muss mir mehr Zeit für meine Komposition nehmen, denn ich habe nur eine begrenzte Anzahl von Bildern, die ich aufnehmen kann. Film verzeiht keine Fehler. Behutsam messe ich das Licht und stelle meine Kamera ein. Teilweise benötige ich mehrere Minuten für eine Belichtung. Zeit den Moment zu genießen. Zeit für den Fotografen, sich nicht hinter der Kamera zu verstecken, sondern den Augenblick wahrzunehmen. Das Licht verewigt sich auf dem Film. Ein gutes Gefühl! Sobald sich der Verschluss schließt, begebe ich mich auf die Suche nach einem neuen Motiv.

Film eignet sich hervorragend für Nachtaufnahmen. Die langen Belichtungszeiten lassen Menschen verschwinden und Bewegungen von Wind, Licht und Schatten erzeugen spannende Effekte. Es wird nicht nur ein Bruchteil einer Sekunde festgehalten, sondern ein Augenblick, ein Moment, ein Fragment der Zeit. Lange Belichtungszeiten auf Film verändern nicht die Qualität. Anders als bei digitalen Kameras entsteht kein Rauschen, das Korn des Films bleibt unverändert. Man muss nur darauf achten genug Licht auf den Film fallen zu lassen. Dabei spielt der Schwarzschildeffekt eine sehr wichtige Rolle. Teilweise erfordert die Wahl der Belichtungszeit aber auch Fingerspitzengefühl und ein Abweichen von den empfohlenen Werten. Das Bauchgefühl des Fotografen liegt selten falsch.

Bei digitalen Kameras ergibt sich bei Nachtaufnahmen ein Problem mit dem Kontrastumfang. Der Helligkeitsunterschied zwischen den dunklen und hellen Bildbereichen ist sehr groß. Farbnegativfilm hingegen kann bei korrekter Belichtung sehr gut damit umgehen. Kritisch sind hier immer die Schatten und selten die Lichter. Die größtenteils lineare Dichtekurve des Farbfilms erlaubt einiges an Spielraum, erfordert aber besonderes Geschick beim Scannen. Zwar sind immer Informationen in den Lichter enthalten, doch der Bildausdruck muss harmonisch und realistisch erscheinen. Die Balance der Tonwerte ist entscheidend dafür, ob ein Bild gelungen ist oder nicht. Dabei ist die Zusammenarbeit von Fotograf und Fotolabor von unglaublich hoher Bedeutung. Die Kommunikation ist entscheidend, denn nur dann können Negative so gescannt werden, dass sie dem Bildeindruck entsprechen, die der Fotograf erlebt hat bzw. den er vermitteln möchte. Ich freue mich diesen Partner beim „Mein Film Lab“ in Deutschland gefunden zu haben.

Fotografien aus der Serie „Between The Light“ von Sebastian Schlüter (http://www.sebastian-schlueter.com/) entwickelt und gescannt von „Mein Film Lab“

Sebastian Schlüter
Sebastian Schlüter  Sebastian Schlüter
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